Leitkultur – eine Chimäre?

Ein Vortrag zur Komplexität eines Diskurses

Im Rahmen des Neujahrsempfangs der KStV Nibelung wurde von einem Kartellbruder nibelung,  Prof. Dr. iur. Maximilian Wallerath, ein Vortrag zur komplex rezipierten Begrifflichkeit der Leitkultur gehalten. Nachdem er seine Freude über seine Rückkehr nach Köln zum Ausdruck gebracht hatte begann er mit der Einführung in das, nahezu allen Gästen zuvor unbekannte, Thema. Besonderen Fokus legt er auf die semantische Deutung des Begriffes Leitkultur im gesellschaftlich politischen Diskurs.

Eine historische Zeichnung einer Chimäre © Wikimedia Commons

Wichtig sind hierbei zwei Dinge, zunächst einmal die Definition des Begriffs Chimäre, der vor allem in der wissenschaftlichen Disziplin der Biologie aufgegriffen wird. Dort steht er aufgrund seiner Mythologischen Bedeutung für Mischwesen verschiedenster Natur. Die zweite (unwissenschaftliche) Bedeutung von Chimäre ist das Trugbild und bezieht sich also vor allem auf die nötige imaginäre Kapazität die bei der Erfindung des mythologischen Wesens vonnöten sein müsste.

Nun zum Begriff der Leitkultur, dieser wird polar wahrgenommen und daher unterschiedlichst verstanden. Er stammt ursprünglich vom Politologen Bassam Tibi, der ihn 1996 in die politikwissenschaftliche Debatte einführte um damit einen gesellschaftlichen Konsens auf Basis der europäischen Werte zu umschreiben, der darauf basierend eine ideelle Klammer bilden soll, die Zugewanderte und ursprüngliche Bewohnern gemeinsam umschließt. Ziel war also die Thematisierung der Integration von Zugewanderten in die bereits bestehende gesellschaftliche Kultur mittels einer vorgelebten (europäischen) Leitkultur, die auf Toleranz und Akzeptanz beruht.  Die Notwendigkeit einer Leitkultur begründet Tibi durch die hier vorherrschende Konzeption der (kulturellen) Identität durch Ethnizität. Daraus postuliert er „Zu jeder Identität gehört eine Leitkultur!“, diese soll als Leitbild die individuellen Mitglieder der Gesellschaft einen.

Zug der Studenten anlässlich des Wartburgfestes 1817 – ein historisches Beispiel für die Forderung einer Leitkultur

2001 warnt er vor einem Europa das als „Multi-Kulti-Sammelwohngebiet ohne eigene Identität“ existiere, dem es drohe ein „Schauplatz für ethnische Konflikte und für religiös gefärbte, politisch-soziale Auseinandersetzungen zwischen Fundamentalismen“, zu werden. Für einen fruchtbaren Kulturpluralismus benötigte es laut Tibi einer verbindlichen europäischen Leitkultur, die als eine kulturelle Moderne mit starker Verwurzelung in Aufklärung, Säkularisierung und Toleranz definiert seien müsste.

Der Rückschluss aus dem Bedarf an einer europäischen Leitkultur wäre eine Deutsche Leitkultur. Diese Begrifflichkeit schwirrt seit Ende der 90er Jahre durch die (wissenschaftliche) Presse und stößt prägnant negativ auf. Problematisch hierbei ist die auditive Nähr zur (Deutschen) Reinkultur, die eine fundamentalistische rassistische Ideologie versprachlicht, die mit der Deutschen Leitkultur als Konstrukt Tibis jedoch nichts gemein hat. Dieser Zusammenhang wird jedoch häufig als gegeben angenommen und resultiert in der zuvor beschriebenen polaren Wahrnehmung des Begriffs Leitkultur.

Kb Wallerath differenzierte die Thematik weiterhin um die Grundlagen eines gesellschaftlichen Zusammenlebens und die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft. Frei nach Kant zitiert er: „Was du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem Anderen zu.“, und bezieht dies auf die ursprüngliche Bedeutung von Leitkultur. Jedoch stellt er auch klar, dass trotzdem das Konzept der Leitkultur einen inhärent restriktiven Charakter zu haben scheint, dies ursprünglich nicht der Fall gewesen sei. Grundsatz sollte die Vorbildfunktion durch die Praxis des „mit gutem Beispiel vorangehens“ sein.

Jedoch scheint hier ein weiteres Problem in der Kompatibilität der Leitkultur und dem deutschen Selbstverständnis zu liegen. Obwohl das Konzept der Leitkultur nicht grundlegend restriktiv ist gibt es einige normative Komponenten, die der die deutsche Gesellschaft konstituierende individuelle Freiheit Reibungspunkte bieten. Zusätzlich ist die Leitkultur nach Tibi ein gänzlich säkulares Konstrukt und entbehrt jeglicher religiösen Tendenzen (dies gilt für Zugewanderte sowie Deutsche).

Schlussendlich definiert Wallerath die Leitkultur nach seinem Verständnis als Sammlung gelebter moralischer gesellschaftlicher Werte, die jedoch rechtlich nicht legitimiert werden kann. Dies liegt in der Optionalität von Recht und Rechtswahrung begründet, es gibt also keinen Zwang zur Festschreibung besagter Werte.

Ingesamt war es ein sehr gut aufbereiteter und vor allem informativer Überblick über die diversen Definitionen und Wahrnehmungen der Begrifflichkeit und des Konzeptes der Leitkultur.

In Folge auf diese gehaltreiche Thematik klang der Abend bei einem kleinen aber feinen Buffet und dem oder anderen Glas goldenen Weines aus.

Lennart Backs
Sv! Nbg!

Die alljährliche Feuerzangenbowle

Eine Feuerzangenbowle hat es in sich! Nicht wegen des Katers. Das ist eine Sache für sich. Eine Feuerzangenbowle ist keine Bowle.
Sie ist ein Mittelding zwischen Gesöff und Hexerei. Bier sackt in die Beine, Wein legt sich auf die Zunge, Schnaps kriecht ins Gehirn.
Eine Feuerzangenbowle aber geht ans Gemüt. Weich und warm hüllt sie die Seele ein,
nimmt die Erdenschwere hinweg und löst alles auf in Dunst und Nebel.
Die Feuerzangenbowle

Auch dieses Jahr war es am 14.12.2017 wieder soweit: Die Bewohner der Biggestraße 7 haben sich traditionell im Konventsraum zusammengefunden um sich bei dem Film „Die Feuerzangenbowle“ den ein oder anderen wärmenden Becher des gleichnamigen Stoffes zu verinnerlichen.

Dieser Termin ist mittlerweile eine absolute Instanz im Semesterprogramm eines jeden Wintersemesters und für mich persönlich stets ein kleiner Höhepunkt im Winter, da die lieben Bundesbrüder plus die Verköstigung eines meiner liebsten Warmgetränke nur eine allzu schöne Gleichung ergeben.

Der Abend begann dieses Jahr jedoch nicht im Konventsraum, sondern auf einem der vielen Weihnachtsmärkte Kölns, von dem aus die Aktiven der K.St.V. Suevia zum entspannten Weihnachtsmarktbummel antraten, welcher nach Aussagen der Aktiven sehr gelungen war. Ich für meinen Teil konnte dem Weihnachtsmarktbummel aufgrund meines Jobs leider nicht beiwohnen, was der Vorfreude jedoch keinen Abbruch tat. So wurde mir die Aufgabe zuteil, die Bowle zuzubereiten.

Ohne lange zu lamentieren fand ich mich also mit sieben Zuckerhüten, sieben Litern Rum und 12 Litern Wein, nebst erlesensten Gewürzen und den Bundesbrüdern Lennart Backs und Daniel Odenthal in der Küche ein und aus vielen Ingredienzien wurde ein Trunk der es in sich hatte.

Gegen 21:00 trudelten nun auch die anderen Sueven samt Gästen ein und der Abend verlagerte sich endlich in den Konventsraum. Hier fand man sich zusammen und genoss den Film in geselliger Runde – auch unser lieber Verbindungsfreund Warwick Thomson, welcher weder den Brauch, noch das Getränk kannte, war mehr als angetan.

Was soll ich abschließend sagen? Es war mir wieder ein inneres Blumenpflücken und ich blicke schon mit Vorfreude auf den Dezember 2018.

Kevin Reinartz Sv! Nbg!

Nikolaus-Kreuz-Kneipe mit der KStV Nibelung

Der Höhepunkt jedes Wintersemesters und des zu diesem Zeitpunkt amtierenden Seniors ist sicherlich die alljährliche Nikolauskneipe. In diesem 227. Couleursemester war es mir vergönnt die ehrenvolle Aufgabe des hohen Seniors zu bekleiden.

Im Vorfeld fanden wie gewöhnlich die Haus- und Gartentage statt, damit das Haus für die erwarteten Gäste einmal im Semester wieder vorzeigbar ist. Spätestens am Freitag vor dem großen Tag waren alle Aufgaben erledigt, sodass am Samstag vor der Festkneipe die Convente in einem blitzblanken Suevenkeller abgehalten werden konnten.

Die Nikolauskneipe stand diesmal unter dem Einfluss von einigen Veränderungen. So wurde erstmals wieder eine Kreuzkneipe mit einer verehrlichen KStV Nibelung im KV zu Köln geschlagen. Kevin Reinartz stand dabei als Senior der Nibelung an meiner Seite. An dieser Stelle möchte ich mich bei ihm nochmal bedanken, da er mir sowohl im Vorfeld, als erfahrener, ehemaliger Senior Sueviae, als auch während der Kneipe mich unterstützt hat, um die Kneipe souverän über die Bühne zu bringen. Ich war die Tage vor der Kneipe ziemlich nervös, jedoch als es darauf ankam funktionierte alles hervorragend und spätestens nach dem ersten Colloquium war die Nervosität gänzlich verschwunden, was zum Teil auch an einer guten Bierversorgung lag.

Die Überreichung des Abschiedsgeschenks an Anette Siegfried, nach über 25 Jahren ein besonderer Moment.

Ein besonderes emotionales Highlight war die Verabschiedung unseres Hausmeisterehepaares, welches nach 25 Jahren ausgezogen ist. Annette wohnte seit langer Zeit mal wieder einer Kneipe bei und war sichtlich gerührt, als man ihr das Abschiedsgeschenk überreichte.

Alles in allem war es eine, in meinen Augen, erfolgreiche Nikolauskneipe, welche ich gerne geschlagen habe. Schlussendlich bedanke ich mich bei allen anwesenden Personen, sowohl allen Gästen, Sueven, wie auch Nibelungen, die diesen Abend den besonderen Glanz verleiht haben.

Mathias Vollmann

Der 64. Heidelberger Schloss-Kommers

Wo der Neckar den Odenwald verlässt und in die Oberrheinebene eintritt, liegt im Südwesten Deutschlands – Heidelberg. Seit Jahren ist es für viele Sueven Tradition im ersten Dezemberwochenende den Schlosskommers in Heidelberg zu besuchen. Dieses Jahr machte sich am Samstagmorgen, den 2.12.17 eine besonders große und buntgemischte Truppe, bestehend aus zahlreichen Aktiven, jungen und junggebliebenen Altenherren der Suevia und auch der Nibelungen, sowie zwei verehrten Damen, auf den Weg in die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt. Bereits die feuchtfröhliche Bahnfahrt lies vermuten, dass ein ereignisreicher Samstag bevorstehen sollte. So war es auch ein Teilverdienst des mitgeführten Kölschs, Sekts und des ein oder anderen cremigen Cocktails, dass eine spontane Fahrplanänderungen der Bahn, der guten Grundstimmung keinen Abbruch tun konnte. In Heidelberg angekommen, trennten sich vorerst die Wege, um die verschiedenen Unterkünfte zu beziehen, ehe sich später auf dem Weihnachtsmarkt der malerischen Heidelberger Altstadt wiederzufinden. Das winterliche Wetter belegte die Altstadt und besonders das später angesteuerte Schloss, mit einer traumhaften Wintermärchenstimmung.

Im Heidelberger Schloss fand der Schlosskommers unter der souveränen Leitung vom Präsiden Andreas Wittenberg (K.St.V. Wiking Aachen) statt. Die Sueven bereicherten diesen Kommers mit einer Chargenordnung, unseren Vertretern des Vororts, Biermusikus Manuel Backer und weiteren Gästen in der Corona. Trotz einer schleppenden Bierversorgung war die Stimmung feierlich und dem Ambiente angemessen. In der Festrede wusste Marcus Ewald gekonnt die politische Lage unseres Landes humoristisch darzustellen, sowie den einzelnen Parteien unterhaltsam Seitenhiebe zu verpassen. Im Anschluss an den Festkommers wurde auf der Scheffelterrasse, mit köstlichstem Sekt, der übliche Zipfeltausch durchgeführt.  Ein sehr kalter Zipfeltausch. Aufgewärmt wurde sich später bei der Fidulitas und in den Clubs der Studentenstadt.

 

Die vielfältige Chargia des Kommerses

 

Am Sonntagmittag ging es zurück nach Köln. Dem Vorabend geschuldet, verlief die Rückfahrt deutlich wortkarger und ruhiger als der Hinweg. Die Blicke verloren sich im Rhein, der unser steter Begleiter der Fahrt war und in schneeweißer Atmosphäre traumhaft funkelte. Sobald wir die Kölner Bucht erreichten, verschwand der Schnee, wandelte sich in Regen und hieß uns, zurück in der Realität, willkommen. Es bleibt die Erinnerung an ein gelungenes Wochenende.

Georg Reichert

Aktivenfahrt nach Münster · WS 17/18

Von Links: Robin Feld, Patrick Hirsch, Malte Gideon Krauß, Thorben Wellmann, Simon Grabbe, Raphael Lütz, Simon Esser, Nikolai Schlüter

Am Wochenende vom 24.-26.11.2017 war es mal wieder soweit und mit Sack und Pack machten sich acht Sueven von der Biggestraße auf ins nicht ganz so ferne Münster. Dort nächtigten wir bei der verehrten KStV Ravensberg im KV zu Münster, auch wenn viele Liter Bier zwischen uns und unserem Schlafplatz standen und dies meine ich im wörtlichen Sinne. Zur Begrüßung ließen uns unsere Gastgeber erstmal den Weg die Treppe herauf erarbeiten, in dem sie auf jede Treppenstufe zwei Bier gestellt haben, die es zu leeren galt bis dann oben angekommen eine Willkommens-Stafette auf uns wartete. Nach dem ein oder anderen Bier während der zwei stündigen Fahrt war dies wirklich kein einfaches Unterfangen für uns, aber natürlich haben wir, den Einfallsreichtum der Ravensberger würdigend, die Aufgabe gemeistert. Im Haus der Ravensberger haben wir uns auch an diesem Freitagabend noch lange aufgehalten, sind ins Gespräch mit den Hausherren gekommen und haben bei guter Musik im Keller noch den ein oder anderen Gerstensaft zu uns genommen. Am späteren Verlauf des Abends sind wir bei einem Streifzug durch Münster im „schwarzen Schaf“ geendet. Dort haben wir mit der örtlichen Studentenszene gefeiert und unsere Stimmbänder auf Herz und Nieren geprüft.

Am Samstag gab es nach einem späten Frühstück zunächst eine Stadtführung von Bundesbruder Simon Grabbe, der uns als Ortskundiger die wichtigen Stellen und Sehenswürdigkeiten der Stadt näherbrachte und dabei auf allerlei geschichtliche Aspekte einging. Im Anschluss kam dann auch unser, aufgrund von Komplikationen der Deutschen Bahn in Bielefeld verschollener, Senior Matthias in Münster an. Pünktlich um mit uns in einer Kneipe das Derby Dortmund gegen Schalke zu sehen. Dieses packende Fußballspiel genossen wir mit dem ein oder anderen Pils und die Dortmund und Schalke Fans in unserer Truppe hatten genügend Gründe nach einem Endstand von 4:4 (0:4) in einen emotionsreichen und feuchtfröhlichen Abend zu starten. Zunächst haben wir uns im Keller der Ravensberger wieder dem ein oder anderen Bierchen zugeneigt und kölsche Musik über die Boxen laufen lassen. Währenddessen stieß unser alter Herr Philipp Esser dazu und verbrachte den Abend ab dann mit uns.

St. Paulus Dom

Später machten wir uns wieder auf ins Münsteraner Nachtleben und stießen dabei zuerst auf den Keller der KStV Germania im Kv zu Münster um die ein oder andere Stafette mit unseren Kartellbrüdern zu trinken. Anschließend und auf Empfehlung von Philipp ging es dann in die Destille, oder kurz Dille. Der Laden wurde uns als perfekte Symbiose aus Kneipe und Club vorgestellt und genau dies war es auch. Zwar viel zu voll doch durch gute Musik und Getränke wurde es zu einem absolut gelungenen Abend, der nicht spurlos an uns vorbeiging. Am nächsten Morgen treten wir in einem sehr durchzechten Zustand die Heimreise nach Kölle an. Auf dem Weg nach Hause ließen wir nochmal viele lustige und unvergessliche Momente Revue passieren um dann im Suevenheim angekommen den nötigen Schlaf nachzuholen, der uns am Wochenende nicht zukam.

Insgesamt war es wieder eine durchweg gelungene Aktivenfahrt und ich freue mich schon aufs nächste Semester, wohin es dann auch gehen mag.

Robin Feld

Die Wodka-Verkostung · WS 17/18

Eine Reise durch das größte Land der Welt

„За ваша здоровье!“ oder auf Deutsch „Zum Wohl!“.

Die gespannten Aktiven und Gäste lauschen dem Vortragenden

Unter diesem Motto stand die Wodka-Verkostung am 17. November, zu der neben neun Sueven auch fünf externe Freunde den Weg auf das Sueven-Haus gefunden haben. Thema des Abends war dabei nicht nur die bekannteste russische Spezialität, sondern auch das Leben in Russland und die Transsibirische Eisenbahn. Hierzu hatte BbBb Simon Grabbe eine Präsentation vorbereitet, um über seine Zeit im Auslandssemester in Sankt Petersburg sowie über seine Reise durch das größte Land der Welt zu berichten.

Bb Grabbe im ausführlichen Vortrag zu den kulinarischen Erlebnissen seines Auslandssemesters

Eingeleitet wurde der Abend mit einigen Fakten und Erfahrungen, die Simon während seiner Zeit in Russland machen durfte und auch musste.Besonders nennenswert waren dabei die Anti-Putin-Demonstrationen und die damit verbundene Polizei-Gewalt in Sankt Petersburg, aber auch die russische Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Im Anschluss erzählte Simon über seine Reise mit der Transsibirische Eisenbahn von Moskau über den Baikal und der Mongolei bis nach Peking. Hier reiste er in der 3. Klassen mit 51 Menschen auf engstem Raum in einem Schlafwagon teils mehrere Tage ohne Unterbrechung durch Russland.

Zu dem Vortrag wurden vier verschiedene Wodka-Sorten verkostet und einige russische Spezialitäten gegessen, wie man sie typischerweise auch in der Eisenbahn findet. Dies umfasst natürlich Kaviar, Fisch, gekochte Eier und saure Gurken. Insgesamt konnte der Vortragende durch sein hohes Maß an Kenntnis und seine antrainierte russische Trinkfestigkeit überzeugen. So wurde es ein sehr interessanter und unterhaltsamer Abend.

Simon Grabbe

Vorortsübergabekommers Freiburg · WS 17/18

Als nach der letzten VV die Nachricht auf dem Haus die Runde machte, dass der Kölner KV den nächsten Vorort und dabei insbesondere die Suevia den Großteil des Vorortskabinetts inklusive des Vorortspräsidenten stellen würde, war sofort klar: Wir fahren mit möglichst vielen Sueven zum Vorortsübergabekommers nach Freiburg!

So kam es, dass wir uns am Samstag den 28.10. mit drei Autos nach Freiburg aufmachten um dort mit unseren Bundes-, Kartell- und Farbenbrüdern die feierliche Übergabe der Vorortsstandarte angemessen zu feiern.Nach überraschend staufreier Fahrt kamen wir am Nachmittag an unserer Unterkunft an und begaben uns ohne langen Aufenthalt zum Festgottesdienst in die Universitätskirche, wo wir bereits viele Vertreter anderer KV Verbindungen aus ganz Deutschland antreffen konnten. Anschließend ging es, nachdem man sich dank Google Maps und der doch sehr übersichtlichen Anzahl von S-Bahnen in Freiburg schnell orientiert hatte, zum Chargenessen in das Ballhaus, das auch der Veranstaltungsort für den Kommers sein sollte. Dort konnten wir uns von der Freiburger Braukunst überzeugen und uns am zwar sehr spärlichen, aber leckeren Buffet stärken.

Der Kommers begann mit der obligatorischen halben Stunde Verspätung, was aber auch an der imposanten Anzahl der vertretenen Chargenabordungen gelegen haben mag,  unter denen sich neben den Vertretern der Suevia auch eine Abordnung der Winfridia befand.

Die versammelte Chargia vor dem Kommers in Freiburgs Ballhaus

Auch die anderen Kölner KV Verbindungen waren mit Aktiven in der Corona vertreten und auch einige AHAH waren dabei, sodass mehr als ein Zapfen ganz in Kölner Hand war.

Den Anfang des Kommerses machte eine kurze Rede des scheidenden Vorortspräsidenten Maximilian Heuring, in der er auf die anstrengende, aber auch sehr interessante und viele neue Erfahrungen bringende Arbeit zurückblickte und dem neuen Vorortspräsidenten, unserem Bb Kevin Reinartz, sowie den anderen Mitgliedern des Vororts eine unvergessliche Zeit wünschte.Dabei vergaß er aber mit Blick auf die Zukunft auch nicht die Schwierigkeit der Aufgabe, insbesondere die verschiedenen Strömungen innerhalb des KV auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Die beiden Vororte während der Übergabe der Standarte

Nach einer anschließenden Festrede, die allerdings auch gut eine Vorlesung zum Thema „römische Rechtsgeschichte“ hätte sein können, begann die feierliche Übergabe der Vorortsstandarte an den neuen Vorort, bei der bei aller Unterschiedlichkeit innerhalb des KV doch geschlossen unser Bundeslied inbrünstig intoniert wurde. Es folgte das Offiz unter der Leitung des neuen VOP, unseres Bb Kevin Reinartz und zum Abschluss ein donnernder, Düsseldorf zum Erzittern bringender Salamander, der das feierliche Ende des Kommerses bedeutete.

Nach einer schnellen Rückfahrt zur Unterkunft, um die Vorortsstandarte sicher unterzubringen, klang der Abend bei guter Bierversorgung mit allen KVern auf dem Haus der KStV Neuenfels aus, bevor man sich am frühen Morgen Richtung Unterkunft aufmachte und am nächsten Tag bereits wieder nach Köln zurückfuhr.

Abschließend lässt sich festhalten, dass dieser Vorortsübergabekommers wieder gezeigt hat, dass es zwar gegensätzliche Strömungen innerhalb des KV geben mag, aber bei so einem Anlass doch insbesondere die Gemeinsamkeiten zu Tage treten. Außerdem kann diese Unterschiedlichkeit innerhalb unseres Verbandes auch eine Chance sein kann. Der Druck, Kompromisse schließen zu müssen, Entscheidungen zu hinterfragen und neue Diskussionen zu führen ist auch ein Grund dafür, dass sich meiner Meinung nach der KV immer wieder erneuert und der Zeit angepasst hat, ohne seine Traditionen zu vergessen.

Daher wünsche ich meinem Biersohn Kevin Reinartz als VOP, dem BbBb Daniel Odenthal, Lennart Backs,  Thorben Wellmann und meinem Kb Sebastian Schulze-Holthausen viel Erfolg bei ihrer Arbeit als Vorort, insbesondere bei der Suche nach Kompromissmöglichkeiten für die verschiedenen Probleme innerhalb des KV, damit wir auch weiterhin ein moderner Verband sind, der die Tradition als Bezugspunkt hat, sich aber nicht im blinden Konservatismus verliert.

Vivant, crescant, floreant KStV Suevia et Kölner KV et KV ad multos annos!

Tobias Kollinger

Blick auf das Präsidium während der Festrede durch einen Kb Brisgoviæ

Fahnehissen und Semesterantrittskneipe · WS 17/18

Wie zu jedem neuen Semester begann auch das Wintersemester 17/18 mit dem Fahnehissen am Donnerstag und der am Tag darauf folgenden Antrittskneipe.

Startpunkt des Fahnehissen war auf dem Hause Suevia, das durch unseren Senior Mathias mit einer Begrüßung und besten Wünschen für das neue Semester eingeleitet wurde. Jedoch erstrahlten an diesem Abend nicht nur unsere Farben am Haus, sondern auch die der Nibelungen, für dessen Vertretung, der Senior Kevin, uns begrüßte. (s. Foto 3 v.r.) Im weiteren Verlauf ging es von der Alsatia, zur Winfridia und über die Unitas abschließend zur Rheinpfalz. Hier ließen wir den Abend, nach der letzten verklungenen Farbenstrophe, mit einem kühlen Kölsch gemütlich ausklingen. Man musste ja schließlich auch fit für den nächsten Tag sein.

Die Chargen bei der Antrittskneipe (v.l.n.r. Suevia, Rheinpfalz, Unitas, Nibelungen, Alsatia, Winfridia)

Die Antrittskneipe wurde auf dem Hause der Winfridia von Sebastian, dem Senior der Unitas, geschlagen. Zwischen den üblichen Biergenuss und den schönen musikalischen Klängen, begleitet durch unseren Biermusikus Manuel, bot sich für unsere neuen anwesenden Späfüxe, Nikolai und Raphael, die Gelegenheit einen ersten Vorgeschmack, abseits vom Kölsch, der Traditionen unseres Couleur studentischen Lebens zu erlangen. Für unseren Consenior Thorben bedeutete die Antrittskneipe auch direkt den Ersten Einsatz, da Mathias verhindert war, was für ihn aber kein Problem war und er diesen mit Bravour meisterte.

Alles in allem war es wieder ein gelungener Start ins Semester, auch wenn es dieses Mal leider weniger aktive Sueven waren als sonst. Ich bin mir aber sicher, dass sich das im Nächsten Semester wieder ändern wird.

Malte Gideon Krauß